Medienethische Fragen zur digitalen Vermessung der Welt – Big-Data-Seminar an der HfPh

Diese Woche geht hier an der Hochschule für Philosophie der Vorlesungs- und Seminarbetrieb wieder los. Heute ist die erste Sitzung unseres Medienethik-Seminars “Big Data: Medienethische Fragen zur digitalen Vermessung der Welt”, das ich zusammen mit meinem Kollegen und Mitarbeiter Christopher Koska durchführe. Hier der Ankündigungstext:

Bereits 2008 hat die Anzahl der Gegenstände, die mit dem Internet verbunden sind, die Anzahl der Weltbevölkerung überschritten. 90% aller weltweit verfügbaren Daten sind nach einer Studie von IBM in den letzten zwei Jahren entstanden. 2015 soll es, laut einer Studie von Intel, doppelt so viele Netzwerkgeräte geben, wie Menschen auf der Erde. All diese Geräte erzeugen über ihre Sensoren und über die Menschen, die sie benutzen, eine unvorstellbar große Datenmenge (Big Data). IT-Konzerne, Regierungen, Behörden und Institutionen sammeln und analysieren diese Daten, erstellen Personenprofile, filtern, vermarkten oder verkaufen Informationen. Gegenstand des Seminars sind die öffentlichen und privaten, ökonomischen und staatlichen Interessen im Prozess der Etablierung von Big-Data-Technologien bzw. der Informationssuche/-beschaffung. Ziel ist es aktuelle Konflikte zu analysieren, Chancen und Herausforderungen kritisch zu hinterfragen und Kriterien für deren Beurteilung zu begründen.

Das Programm ist ganz wesentlich von Christopher Koska konzipiert worden, der ein medienethisches Forschungsprojekt (Dissertation) zu diesem Themenfeld in Angriff genommen hat. Weitere Informationen zum Programm bei Interesse direkt bei Christopher Koska. Hier die zwanzig wichtigsten Bücher zu Big-Data1 (alle in der Hochschul-Bibliothek vorhanden):

  • Angwin, Julia (2014): Dragnet Nation: A Quest for Privacy, Security, and Freedom in a World of Relentless Surveillance.
  • Bunz, Mercedes (2012): Die stille Revolution. Wie Algorithmen Wissen, Arbeit, Öffentlichkeit und Politik verändern, ohne dabei viel Lärm zu machen.
  • Davis, Kord (2012): Ethics of Big Data: Balancing Risk and Information.
  • Flusser, Vilem (2000): Ins Universum der technischen Bilder.
  • Geiselberger, Heinrich /Moorstedt, Tobias (Hrsg.) (2013): Big Data: Das neue Versprechen der Allwissenheit.
  • Grimm, Petra /Capurro, Rafael (Hrsg.) (2008): Informations- und Kommunikationsutopien.
  • Han, Byung-Chul (2013): Im Schwarm: Ansichten des Digitalen.
  • Krotz, Friedrich (Hrsg.) (2007): Mediatisierung: Fallstudien zum Wandel von Kommunikation.
  • Krotz, Friedrich /Hepp, Andreas (Hrsg.) (2012): Mediatisierte Welten: Forschungsfelder und Beschreibungsansätze.
  • Kuhlen, Rainer/ Semar, Wolfgang/ Strauch, Dietmar (Hrsg.) (2013): Grundlagen der praktischen Information und Dokumentation: Handbuch zur Einführung in die Informationswissenschaft und -praxis.
  • Lanier, Jaron (2010): Gadget. Warum die Zukunft uns noch braucht.
  • Mainzer, Klaus (2014): Die Berechnung der Welt: Von der Weltformel zu Big Data.
  • Mayer-Schöneberger, Viktor /Cukier, Kenneth (2013): Big Data: Die Revolution, die unser Leben verändern wird
  • Morozov, Evgeny (2011): The net delusion : how not to liberate the world.
  • Morozov, Evgeny (2013): Smarte neue Welt: Digitale Technik und die Freiheit des Menschen.
  • Pariser, Eli (2012): Filter Bubble: Wie wir im Internet entmündigt werden.
  • Schmidt, Eric/ Cohen, Jared (2013): Die Vernetzung der Welt: Ein Blick in unsere Zukunft.
  • Stichler, N. Richard/ Hauptmann, Robert (Hrsg.) (2009): Ethics, Information and Technology: Readings.

Neben den Themenbereichen “Journalismus/Öffentlichkeit/Demokratie” und “Unterhaltung und Medien” ist der Bereich “Internet/Information/Digitale Technologie” der dritte Schwerpunkt meiner Arbeit am Lehrstuhl für Medienethik.

  1. Ob das die 20 wichtigsten Bücher sind, weiß ich natürlich nicht und ist nur eine Formulierung für die Suchmaschinen – es sind ja noch nicht einmal genau 20… 😉 Aber aus der Fülle der jüngeren und jüngsten Literatur erschienen uns diese Titel als zentral und für das Seminar besonders geeignet.

Niklas Luhmann: Videos bei Youtube

Vor Jahren hatte ich hier schon mal auf einige Videos von Niklas Luhmann bei YouTube hingewiesen. Die Links funktionieren nicht mehr und neue Filme sind mittlerweile hinzugekommen.

Daher jetzt eine aktualisierte Version dieses alten Postings:

Einblicke in die frühe Phase gibt ein Luhmann-Interview von Ulrich Boehm aus dem Jahr 1973 (Uniaudimax, Sendung 28.08.1973, Kamera Bernd Maus) – immerhin 11 Jahre vor “Soziale Systeme”. Gerade im Vergleich mit den anderen Dokumentationen sehr interessant: z.B. ist das Büro in Oerlinghausen noch aufgeräumter und Luhmann muss bei der Beantwortung vom Zettel ablesen.  Dieses ganze Interview ist vollkommen in der Perspektive einer Rechtfertigung Luhmanns gegenüber seinen Kritikern durchgeführt. Die bekannten Kritikpunkte werden referiert und Luhmann antwortet darauf in seiner eigenen Art.

Der Schlussteil: “Herr Prof. Luhmann, welche Kritiker Ihrer Systemtheorie fürchten Sie am meisten?” – “Die Dummen.”

Eine Dokumentation mit dem Titel “Beobachter im Krähennest”, deren Herkunft nicht ganz klar ist (offenbar ist es eine “Philosophie heute” Sendung aus dem Jahr 1989 über die Ökologie-Debatte), ist etwas kurzweiliger: Sie zeigt Luhmann in seinem Bielefelder Büro (leitet zur Stelle im Film) und auf der Terasse vor einem ungemütlich aussehenden Stück Natur. Ebenfalls Teil dieser Dokumentation scheint der Ausschnitt zum berühmten Zettelkasten zu sein. Großartige Technik und großartig erklärt. Und wenn man am Ende Luhmann tippen sieht, kann man sich kaum vorstellen, dass er so viel publizieren konnte.

Am besten sieht man die beiden Teile in einem Zusammenschnitt mit dem Teil über Systemtheorie:

  • das Rechtfertigungsinterview über Systemtheorie von 1973 hier,
  • der Ökologieteil von 1989 direkt hier und
  • der Teil mit dem Zettelkasten (auch 1989hier.
Alles zusammen hier:

Ein letztes Video (ein Neuzugang) ist der Anfang eines Vortrages von Luhmann mit dem Titel: Gibt es in unserer Gesellschaft noch unverzichtbare Normen? Vgl. Luhmann, Niklas (1993): Gibt es in unserer Gesellschaft noch unverzichtbare Normen? Heidelberg: C. F. Müller (Heidelberger Universitätsreden. 4). Hier ist der späte Luhmann zu sehen, der aber immer noch gerne grau trägt… Den vollständigen Vortrag kann man auch auf DVD kaufen (Link).

Und zuletzt poste ich noch das Interview über das Buch “Liebe als Passion”, das Alexander Kluge für sein Format “Prime Time” (vermutlich 1994) mit Luhmann geführt hat:
Teil 1:

Teil 2 (mit Luhmanns denkwürdiger Aussage bei ca. 3:37: “immer Freitags”)

Konflikt, Protest und die Medien – die neue Ausgabe von Communicatio Socialis (3/2012)

Die neue Ausgabe von Communicatio Socialis hat den Themenschwerpunkt “Konflikte und Proteste in der Öffentlichkeit”. Dazu Annika Franzetti in ihrer Einleitung (Volltext hier):

“Communicatio Socialis hat verschiedene Autoren gebeten, Konfliktstrukturen und Protestkulturen aus der jüngeren Vergangenheit aus ihrer Perspektive zu beleuchten und dabei auch die Rolle der Medien kritisch zu hinterfragen. Den Auftakt macht Jeffrey Wimmer, der sich aus kommunikationstheoretischer Sicht mit dem Thema Protest befasst und (mediale) Gegenöffentlichkeiten in den Mittelpunkt seines Beitrags stellt. Mareille Landau und Reiner Wilhelm, Mitarbeiter der bischöflichen Hilfsorganisation Adveniat, berichten von ihren Erfahrungen aus Chile, wo sie die Studentenproteste seit Mitte 2011 mitverfolgt haben. Achim Wörner hat als Leiter der Lokalredaktion der “Stuttgarter Zeitung” über Stuttgart 21 berichtet und die aufgeheizte Stimmung auch unter den Lesern miterlebt. Er setzt sich mit der Rolle seiner Zeitung in diesem Konflikt auseinander.

Bernhard Sutor, emeritierter Professor für Politische Bildung und Christliche Soziallehre der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und lange Jahre Vorsitzender des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, analysiert den Konflikt um Reformen in der katholischen Kirche. Und Josef Bruckmoser, Leiter des Ressorts Wissenschaft, Gesundheit, Religion bei den “Salzburger Nachrichten”, schildert die Protestbewegung österreichischer Pfarrer. Ergänzt wird dieses Spektrum an Berichten durch einen Standpunkt von Communicatio Socialis-Redakteur Ferdinand Oertel über eine publizistische Debatte innerhalb der Monatszeitschrift “Stimmen der Zeit”.”

Weitere Artikel:

Aufsätze

  • Heinz Pürer: Das Image von Journalisten. Prämissen und empirische Erkenntnisse
  • Jakob Wetzel: Satire – das unbekannte Stilprinzip. Wesen und Grenzen im Journalismus
  • Melanie Verhovnik: Gerichtsberichterstattung und die Verantwortung der Medien. Der Fall Rudolf R.

Zur Person

  • Michael Schmolke: Mitarbeiter der ersten Stunde. Erinnerungen an Ulrich Saxer

Literatur-Rundschau

  • Constanze Jecker (Hg.): Religionen im Fernsehen. Analyse und Perspektiven (Johanna Haberer)
  • Hans Mathias Kepplinger: Die Mechanismen der Skandalisierung. Zu Guttenberg, Kachelmann, Sarrazin & Co.: Warum einige öffentlich untergehen – und andere nicht; Bernhard Pörksen / Hanne Detel: Der entfesselte Skandal. Das Ende der Kontrolle im digitalen Zeitalter (Petra Hemmelmann)
  • Kurt Imhof: Die Krise der Öffentlichkeit. Kommunikation und Medien als Faktoren des sozialen Wandels (Annika Franzetti)
  • Wolfgang Seufert / Hardy Gundlach: Medienregulierung in Deutschland. Ziele, Konzepte, Maßnahmen. Lehr- und Handbuch (Alexander Godulla)
  • Eduard Beutner / Ulrike Tanzer (Hg.): lesen. heute. perspektiven (Wolfgang R. Langenbucher)
  • Hans-Christian Erdmann: Verantwortung von Medienunternehmen aus Perspektive der Ökonomischen Ethik (Claudia Paganini)

Weitere Infos und Bezug hier.


	

Eine Bühne für den Attentäter? Die Rolle der Medien im Fall Breivik

Es ist wieder Zeit für die Medienethik: Schon vor Prozessauftakt erreichten mich Anfragen zur Rolle der Medien im Prozess um den Attentäter Anders Behring Breivik. Die Ungeheuerlichkeit der Tat und die Öffnung des Prozesses für die Öffentlichkeit einschließlich einer (regulierten) Möglichkeit von Foto- und Videoaufnahmen haben dazu geführt, dass sich Journalisten aus aller Welt in großer Zahl akkreditiert haben und den Prozess vor Ort begleiten. Breiviks Aussagen “Terror ist Theater” (Quelle) und dass mit seiner Verhandlung die “Phase der Propaganda” beginne (Quelle), führten unweigerlich zu der Frage, wie man die Berichterstattung angehen soll. Wie sollte man berichten, ohne dass man das Ziel Breiviks, eine Bühne für seine Ideologie zu bekommen, zu befördern? Ein echtes Dilemma.

Über die Frage, ob man möglichst wenig oder ohne Einschränkungen berichten soll, lässt sich daher trefflich streiten. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) mahnt in einer Presseerklärung eine vorsichtige Berichterstattung an:

DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken: „Journalisten dürfen sich nicht zu Breiviks unfreiwilligen Helfern machen lassen.“ Der Beschuldigte habe es darauf angelegt, den Strafprozess als Medienspektakel zu missbrauchen. Journalisten dürften ihm nicht auf den Leim gehen. (Quelle, via)

Dagegen meint Nils Minkma in der FAZ:

Auch in so einem Fall bleiben wir bei unseren Regeln und Gesetzen. Wäre ja noch schöner, wenn man Breivik zuliebe den Grundsatz der Öffentlichkeit von Strafverfahren hintergehen würde und ihm, in einer durch und durch abgebildeten Welt, den Sonderstatus eines Mannes ohne Gesicht zubilligte […]. Eine klare und schonungslose Berichterstattung in Wort und Bild, die Präzision darin, das ist die wirksamste Waffe der Medien, ihre vornehmste Aufgabe und im Übrigen auch ihr Job. (Quelle)

Wie wird berichtet? Vor allem der Boulevard zeigt zum Prozessauftakt, das war abzusehen, Breiviks Gesicht in Großaufnahme und/oder seinen offenbar rechtsradikalen Gruß. Der Gesichtsausdruck des Menschen, der beschrieben wird als smart, berechnend und eiskalt, steht für das Monströse der Tat. Einige Zeitungen arbeiten ohne Bild, oder gar ohne Bericht auf der Titelseite. Wie der andere versuchen, in der Bildauswahl den Prozess zu dokumentieren, ohne die Inszenierungsgesten von Breivik zu zeigen.

Die Tagesthemen am 16. April haben einen guten Bericht über die Berichterstattung (medienwissenschaftliche O-Töne von Norbert Bolz und Steffen Burkhard), informieren aber ansonsten ohne besondere Einschränkungen, zeigen also zum Beispiel den angesprochenen Gruß (bei 1 Minute 56), kommentieren dies aber entsprechend. Der nachgereichte Metabeitrag zum Mediengeschehen um den Prozessauftakt wirkt da seltsam. Sehr viel gelungener die gleich in der Anmoderation erfolgte Reflexion im Heute Journal (vom 16. April, via Matthias Rath) von Klaus Kleber und die begründete Entscheidung, warum die Inszenierungsgesten nicht gezeigt werden.

Kolleginnen und Kollegen aus der Medienethik haben sich zur Medienberichterstattung im Prozess um Breivik geäußert; bekannt ist mir beispielsweise das Interview von Christian Schicha. Ich durfte Gast im WDR5 Tagesgespräch am 18.04.2012 sein (hier zum Nachhören; ab 4:30 Minuten bin ich dann dran). Ausgangspunkt war ein dpa-Interview am Dienstag, 17.4.2012. Radio Vatikan (deutsches Programm) hat auch angerufen (Sendung Freitag, den 20.04. um 18 Uhr).

 

Absturz und Reboot-Probleme meines HTC Desire

Seit gut eineinhalb Jahren besitze ich das Smartphone HTC Desire. Ich mag das kleine Format, den Bildschirm und die Ausstattung. Alles in allem damals eine gute Investition. Aber: Seit gut einem halben Jahr macht es Probleme: Es fährt plötzlich runter (stürzt ab) und hat Schwierigkeiten beim erneuten Starten (Reboot-Schleife). Bislang trat das nur selten auf, mittlerweile ist das Ding nicht mehr zu gebrauchen. Was tun? Bei O2 (oder wie Oma sagt: “Nullzwei”) vorbeigehen und reklamieren, oder sich an HTC wenden? Ich habe erstmal eine E-Mail an den HTC-Support geschrieben. Mal sehen, was passiert. Und ich hoffe, es passiert was – darum auch dieses Posting… Immerhin war das Phone damals so teuer, dass ich 5 Jahre problemlosen Betrieb (hardwareseitig) erwarten kann.

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Smartphone, bei O2 gekauft am [vor ca. 1,5 Jahren], macht seit ungefähr 6 Monaten Probleme. Diese häufen sich in letzter Zeit, so dass ich das Handy nicht mehr gebrauchen kann.

Problembeschreibung: Das Handy schaltet sich beim Starten einer Anwendung oder bei Gebrauch von Anwendungen, die mobiles Internet benötigen (z.B. Google Maps), automatisch aus, vibriert einmal und dann viermal kurz hintereinander und bleibt dann beim Startbildschirm stehen (Absturz). Es lässt sich nur wieder reaktivieren, wenn ich den Akku herausnehme und wieder einsetze. Oft passiert dies in einer Art Schleife öfter hintereinander. Das Phänomen trat früher nur bei Apps mit einigermaßen datenintensiv genutzter Internetverbindungen (mobil, nicht im WLAN) auf; seit ungefähr 1,5 Monaten bei allgemein rechenintensiven Aktionen (Start einer App). Als Problemlösung habe ich versucht: Reinigung der Akku-Kontakte, Einlegen einer neuen SIM-Karte, Rücksetzen des Smartphones auf Werkseinstellungen. Keine dieser Aktionen hat eine Verbesserung bewirkt.

Ich wäre Ihnen dankbar für Ihre Hilfe

Mit freundlichen Grüßen…

 

Der weitere Verlauf:

1.2.12: Empfangsbestätigung der Email durch HTC

1.2.12: Antwort per EMail von HTC: “Aus Ihrer Email geht hervor, das Sie gegenwaertig das Problem haben, das Ihr HTC Desire automatisch ausschaltet und dann im Boot-Vorgang haengenbleibt. Da Sie Ihr Geraet bereits auf die Werkseinstellung zurueckgesetzt haben, ohne dass das Problem geloest wurde, moechten wir Sie bitten, Ihr Geraet zur Reparatur einzureichen. Sie haben die Moeglichkeit, Ihr Geraet in jedem O2 Shop zur Reparatur einzureichen.”

1.2.12: Antwort von @o2de: Klick. Frage, ob ich das schon ohne SIM probiert habe und welche Firmware installiert ist.

2.2.12: Ein paar nette Tweets zwischen mir und @o2de hin und her zur Klärung des Fehlers und dann schließlich die Bitte: “E-Mail socialmedia[at]o2.com mit der IMEI-Nummer, Adresse, Fehlerbeschreibung und deiner Mobilfunknummer”

3.2.12: Email von O2, dass mich per Post die Einsendungsunterlagen erreichen

9.2.12: Einsendungsunterlagen von O2 per Post und Einsendung des Gerätes.

[Update 6.5.2012:] – Ups, an den Kommentaren merke ich gerade, dass ich das hier gar nicht mehr weiter geschildert habe. Daher in der Kurzfassung: Eine gute Woche nach Einsendung des defekten Gerätes kam das reparierte Handy wieder bei mir an. Offenbar wurde die Platine ausgetauscht (neue Gerätenummer); Akku, Gehäuse und Bildschirm sind geblieben. Ansonsten habe ich in der Sache nichts weiter von HTC oder O2 gehört, also keine Rechnung (was auch nicht angekündigt war oder womit ich gerechnet hätte) oder Rückmeldung erhalten. Das Gerät ist wieder im Gebrauch und funktioniert jetzt ohne Abstürze. Mal abgesehen von dem Ärger mit dem defekten Gerät hat die Reparatur tadellos geklappt. Insbesondere Kulanz und Reaktionsschnelligkeit von O2 verdient ein Lob.

Wikileaks medienethisch

Zwei kleinere medienethische Beiträge zu Wikileaks sind in den letzten Tagen entstanden: Ein Interview bei Radio Vatikan (Sendedatum 4.12.2010, hier geht es zum Beitrag) und ein Gastkommentar in der Zeitung “Die Tagespost” (soll morgen erscheinen, Link falls online folgt noch).

Update 1 (7.12.2010, 9:00 Uhr): Laut Radio Vatikan sitze ich “im Akademischen Rat am Institut für Christliche Sozialwissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster” – ist schon schwierig mit dem Amtsdeutsch… Ich bin “Akademischer Rat” (Wikipadia-Artikel). Aber vielleicht kann man hier an der Fakultät ja mal so einen Rat einrichten…

Update 2 (7.12.2010, 9:00 Uhr): Die katholische Presseagentur Österreich hat aus dem Radio-Vatikan-Interview einen lesbaren Text gemacht.

In Fachzeitschriften Artikel recherchieren und finden

Forschungsergebnisse werden vor allem in selbständigen Büchern (Monographien, also z. B. Doktorarbeiten oder Konferenzbände) und wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht; jedenfalls gilt das für den Bereich der geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächer (und nur für die interessiere ich mich hier). Monographien zu einem bestimmten Thema findet man recht leicht (bspw. über die Bibliothekskataloge oder über Amazon). Schwieriger sind aber Zeitschriftenbeiträge zu finden. In Bibliothekskatalogen werden diese nicht (oder in den seltensten Fällen) erschlossen, so dass man z. B. meinen ( – Verzeihung -) Artikel “Die Kritik an der Unterscheidung von Sein und Sollen im Pragmatismus” in der Pädagogischen Rundschau nicht über die Suche in einem Bibliothekskatalog findet, auch nicht über die Stichworte “Pragmatismus” oder “Sein/Sollen”.

Dafür muss man in der Zeitschrift selber oder in Bibliographien suchen. Bedeutende Verlage von wissenschaftlichen Zeitschriften bieten zum Teil exczellente Suchmöglichkeiten in einzelnen Zeitschriften oder über ihr gesamtes Angebot an. Diese Suche ist von jedem Internetcomputer aus verfügbar. Über die Universitätsbibliothek bzw. aus den Netzen der Uni heraus sind diese Beiträge dann zumeist gleich als PDF abrufbar.

Bibliographien, also Datenbanken, in denen Zeitschriftenbeiträge nach Titel, Thema und Schlagworten erschlossen sind, sind dagegen manchmal nicht frei erreichbar, sondern unter Umständen auch nur aus dem universitäten Computernetz heraus. Der Vorteil dieser Bibliographien ist natürlich, dass sie manchmal abertausende von verschiedenen Fachzeitschriften in der Suche berücksichtigen.

Nun ja, für die Wissenschaftlerin und den Wissenschaftler ist das alles nicht neu, aber vielleicht für Newbees. Für beide aber ist vielleicht meine Liste interessant, anhand der ich so schaue, wenn ich zu einem Thema wissenschaftliche Artikel brauche (das ist natürlich auf meinen Bereich abgestimmt, ist aber für den gesamten geistes- und sozialwissenschaftlichen Bereich geeignet):

Bedeutende Journal-Anbieter und ihre Suchmaschinen:

Suchmaschinen bzw. Bibliographien über einzelne Anbieter hinweg:

Wer noch Hinweise hat, gerade zum Themenbereich Sozialwissenschaften, Sozialethik, Gesellschaftsethik, Theologische Ethik, Sozialphilosophie, Politische Philosophie, Philosophie…: Ich freue mich über Kommentare.

Möglichkeiten der politischen Jugendbildung im Web 2.0

Am 22. Juni habe ich bei der Innovationsgruppe “Beteiligung und Kompetenz in der Mediengesellschaft” (innerhalb der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung) einen Vortrag zum Thema “Möglichkeiten der politischen Jugendbildung im Web 2.0 aus christlich-sozialethischer Perspektive” gehalten.

Ich habe versucht, dies aus der Perspektive der Christlichen (Sozial-) Ethik zu tun. Die Ebene, die damit angesprochen war, habe ich so beschrieben: Welche Möglichkeiten sind wünschenswert? Wie komme ich zu einer Formulierung des Wünschenswerten? Was möchte und was soll ich berücksichtigen, bevor ich an die konkrete Umsetzung gehe? Was sind meine Optionen?

Begriff der Option meint „Möglichkeiten“, aber in der Tradition christlicher Ethik meint Option auch: Wir sind schon auf bestimmte Möglichkeiten „festgelegt“ bzw. diese legen sich biblisch nahe. Diese „Optionalität christlicher Ethik“ schließt Möglichkeiten aus und rückt anderen bestimmte Möglichkeiten positiv in den Blick. Das Ziel meines Beitrags lag darin, diese „Optionalität christlicher Ethik“ auf das Thema „politische Jugendbildung im Web 2.0“ hin zu denken.

Hier gibt es die Präsentation dazu:

Rezipienten- und Publikumsethik im Web 2.0

Die Rezipienten- oder Publikumsethik geht davon aus, dass nicht nur diejenigen, die Inhalte erstellen und verbreiten, gewisse moralische Verpflichtungen haben, sondern das dies auch für das Publikum gilt. Wie das?

Zunächst ist die Ethik der Medienschaffenden am verständlichsten und leuchtet intuitiv ein: Das Handeln von Publizisten, Filmemachern und Werbern muss sich an moralischen Kriterien messen lassen. Wahrhaftigkeit ist z.B. so ein Kriterium, an denen sich Journalisten und Blogger orientieren sollen. Die Medienethik beschäftigt sich mit solchen Kriterien: sie versucht sie zu entdecken, untersucht ihren Verpflichtungscharakter und ihre empirische Wirksamkeit, kritisiert gewisse Normen und hilft, neue normative Orientierungen zu begründen und zu implementieren.

Gerade im Web 2.0 gerät wieder verstärkt das Handeln der Rezipienten in den Blick ethischer Reflexion. Das liegt vor allem daran, dass im Web 2.0 Nutzer nicht mehr klar von Produzenten von Information zu unterscheiden sind bzw. beides eng zusammen läuft. Manfred Rühl hat dabei aber schon immer deutlich gemacht, dass Kommunikation, auch öffentliche Kommunikation, als fortschreitender Kreisprozess zu analysieren ist, an dem Produzenten wie Publika gleichermaßen beteiligt sind. In diesem Sinne ist der Hörer oder der Leser immer auch schon Kommunikator, weil ohne sein Zutun ja gar keine Kommunikation vorliegen würde (es sei denn, ein Selbstgespräch eines psychisch gesunden Menschen im einsamen Wald würde als Kommunikation interpretiert werden können können). Hinzu kommt, dass nicht nur die Produktion von Inhalten öffentlicher Kommunikation ein sozialer Prozess (etwa einer Arbeitsorganisation, z.B. Zeitungsredaktion) ist, sondern auch die Rezeption des Publikums in seiner Sozialform analysiert werden kann.Vgl. dazu Filipović, Alexander (2007): Öffentliche Kommunikation in der Wissensgesellschaft. Sozialethische Analysen. Bielefeld: W. Bertelsmann (Forum Bildungsethik, 2), S. 111-115. – Wie auch immer: Es gibt eine Menge von medienethischen Texten, die die Bedeutung einer Rezipienten- oder Publikumsethikethik verdeutlichen (s.u.).

Axel Maireder berichtet heute in seinem Blog über eine Tagung, bei der die “Soziale Verantwortung von Produsern” zum Thema gemacht wurde. Er stellt die Frage, ob der Informationsweitergabe durch Web 2.0 User in Facebook, Twitter usw. nicht auch die gleichen medienethischen Kriterien zu Grunde liegen sollten, wie sie auch für die Produzenten klassischer Medieninhalte gelten. Mit anderen Worten: Muss ich also z.B. jede Information auf Wahrheit prüfen, bevor ich auf “gefällt mir” klicke oder bevor ich die Meldung “retweete”, weil ich dadurch ja in der Tat zu einer Verbreitung dieser Information beitrage? Gute Frage! Ich bin mir im Moment unsicher, ob die rezipientenorientierte medienethische Literatur im obigen Sinne zur Bearbeitung dieser Frage etwas zu sagen hat… Das Heft 1/2009 der Zeitschrift für Kommunikationsökologie und Medienethik zum WEB 2.0 geht in keinem Beitrag direkt auf diese Frage ein.

Axel Maireders Hinweis auf den “Fall Boateng” passt hier natürlich sehr gut… Vgl. dazu vor allem Jan Schmidts Bericht über seine kommunikationssoziologische Beschäftigung mit der Sache. Alles in allem tun sich hier reichliche Bewährungsfelder für die (neue) Medienethik auf.

Literaturliste Publikums- und Rezipientenethik:

  • Christians, Clifford G. (1989): Gibt es eine Verantwortung des Publikums? In: Wunden, Wolfgang (Hg.): Medien zwischen Markt und Moral. Beiträge zur Medienethik. Stuttgart: Steinkopf, S. 255–266.
  • Funiok, Rüdiger (1996): Grundfragen einer Publikumsethik. In: Funiok, Rüdiger (Hg.): Grundfragen der Kommunikationsethik. Konstanz: UVK, S. 107–122.
  • Funiok, Rüdiger (2000): Zwischen empirischer Realität und medienpädagogischer Praxis. Das Publikum als Adressat der Medienethik. In: Rath, Matthias (Hg.): Medienethik und Medienwirkungsforschung. Wiesbaden: Westdeutscher Verl., S. 89–104.
  • Funiok, Rüdiger (2007): Medienethik. Verantwortung in der Mediengesellschaft. Stuttgart: Kohlhammer (KON-TEXTE, 8).
  • Jansen, Gregor M. (2003): Mensch und Medien. Entwurf einer Ethik der Medienrezeption. Frankfurt a.M.: Peter Lang (Interdisziplinäre Ethik, 30).
  • Lübbe, Hermann (1994): Mediennutzungsethik. Medienkonsum als moralische Herausforderung. In: Hoffmann, Hilmar (Hg.): Gestern begann die Zukuft. Entwicklung und gesellschaftliche Bedeutung der Medienvielfalt. Darmstadt, S. 313–318.
  • Rühl, Manfred (1990): Moral in der Wissensvermittlung. Anmerkungen zur Diskussionslage in der Kommunikationswissenschaft. In: Ruß-Mohl, S. (Hg.): Wissenschaftsjournalismus und Öffentlichkeitsarbeit. Tagungsbericht zum 3. Colloquium Wissenschaftsjournalismus vom 4./5. November 1988 in Berlin. Gerlingen: Bleicher (Materialien und Berichte/Robert Bosch Stiftung. 32), S. 153–163.
  • Veith, Werner (2002): Ethik der Rezeption. In: Hausmanninger, Thomas; Bohrmann, Thomas (Hg.): Mediale Gewalt. Interdisziplinäre und ethische Perspektiven. München: Fink (UTB für Wissenschaft, 8216), S. 277–390.
  • Wunden, Wolfgang (1996): Auch das Medienpublikum trägt Verantwortung. In: Funiok, Rüdiger (Hg.): Grundfragen der Kommunikationsethik. Konstanz: UVK, S. 123–132.

Interview zur Enquetekommission “Internet und digitale Gesellschaft”

Bild Interview Filipovic NOZGestern, am Donnerstag (28. Januar 2010) ist in der Neuen Osnabrücker Zeitung ein ausführliches Interview mit mir zur geplanten Enquête-Kommission “Internet und digitale Gesellschaft” erschienen. Es trägt den Titel: “Von der digitalen Elite abgehängt? Wissenschaftler warnt vor einer Spaltung der Gesellschaft – Politik muss gegensteuern.”

Das Interview ist bisher nicht online; nur eine kurze Zusammenfassung ist verfügbar, die aber den Inhalt nur verkürzt darstellen kann. Das gesamte Interview werde ich, Genehmigung vorausgesetzt, hier noch nachliefern.

Update 19:00 Uhr: Mit freundlicher Genehmigung der Neuen Osnabrücker Zeitung hier das Interview als pdf (Quelle: „Neue Osnabrücker Zeitung“ vom 28.01.2010)

Update 21.02.2010, 18:16 Uhr: Mittlerweile hat sich der Antragstext für die Kommission verändert und das Plenum des Bundestages hat seine Zustimmung zur Konstitution erteilt. Hier weitere Informationen.