Forschungen über das Verhältnis von Blogs und Journalismus

Die verstreuten Forschungen über das Verhältnis von Weblogs und Journalismus hat Dominik Schneider bei Sinnmacher veröffentlicht. Nach einer ausführlichen Auswertung verschiedener Studien kann er zusammenfassen:

Weblogs und der traditionelle Journalismus stehen in einer Wechselbeziehung, die durch Induktionen und Adaptionen gekennzeichnet ist: Weblogs und Journalismus sind komplementär! Im Gegensatz zur Beziehung von PR und Journalismus (Intereffikation/Interdependenz), bedingen sich Weblogs und Journalismus gegenseitig nicht.

Zwischen den Tagungen

Direkt nach Vorlesungsende stehen meistens einige Tagungen an. Ende letzter Woche war ich auf einer bildungsethischen Tagung in Loccum (im westlichen Nirgendwo von Hannover) – Anna hat sehr schön berichtet. Morgen früh geht es nach München zur Jahrestagung des Netzwerkes Medienethik; vorher ist noch die Jahressitzung des „Vereins zur Förderung der publizistischen Selbstkontrolle“ e.V. Bei der Jahrestagung geht es um „Ethische und normative Dimensionen der politischen Kommunikation“ – ein Thema, das mich auch eine Woche später bei einer Podiumsdiskussion beschäftigen Politikverdrossenheit und Medienschelte - Frey und Metzgerwird. Ich moderiere in der Katholischen Akademie, Berlin ein Podiumsgespräch mit dem Titel “Politikverdrossenheit und Medienschelte: Welche Ethik braucht politische Kommunikation?” mit Dr. Peter Frey, Leiter des ZDF- Hauptstadtstudios Berlin und Oswald Metzger, Publizist und Politikberater, Bad Schussenried.

These der Diskussion ist, dass es eine neue Politikverdrossenheit gibt, die auf ein neues Verhältnis von Politik und Medien (in der Berliner Republik und einen neuen Lobbyismus) zurückzuführen ist. Dabei geht es um „Medienethik“, das heißt um Fragen, ob es gut ist, wie es ist und welche Kriterien für ein Urteil angelegt werden können.

Ich freue mich sehr auf eine spannende Diskussion und habe schon gehört, dass sich ziemlich viele Personen angemeldet haben.

„Freiheit durch Sicherheit“ oder „Sicherheit durch Freiheit“?

Soeben ist der Call for Papers zur Tagung des Forums Sozialethik 2008 erschienen. Die Tagung trägt den Titel „Freiheit – Sicherheit – Risiko: Christliche Sozialethik vor neuen Herausforderungen“. Angezielt ist eine Reflexion der aktuellen Debatte um innere Sicherheit. „Freiheit – Sicherheit – Risiko“ soll beleuchtet werden aus der Perspektive der politischen Ethik (insbesondere Friedensethik), der Wirtschafts- und Arbeitsethik, der Umweltethik und der Bio- und Medizinethik.

Die Organisatorin und die Organisatoren bitten um Zusendung eines Exposés von 1-2 Seiten bis zum 21. April 2008. Alle Informationen zur Tagung hier.

Das Forum Sozialethik ist eine Initiative junger Sozialethikerinnen und Sozialethiker. Das Forum dient dem Austausch von Nachwuchswissenschaftlern und -wissenschaftlerinnen (Promotion, Habilitation, Privatdozenten und -dozentinnen) sowie fortgeschrittenen Studierenden des Faches Sozialethik im deutschsprachigen Raum. Interessierte benachbarter Disziplinen sind herzlich willkommen. Seit Anfang der 1990er Jahre trifft sich das Forum Sozialethik jedes Jahr im September zum wissenschaftlichen Austausch zu einem thematischen Schwerpunkt.

Madita, Hannes und Luca im TV

Noch gar nichts gehört hatte ich von „Fränkischer Tag TV„. Unter dem Titel „Aktuelles aus dem Newsroom“ werden hier die heißen Storys aus der Bamberger Region vermeldet. Das ist ganz gut produziert und lohnt sich vielleicht für diejenigen, die Bamberg verlassen mussten. Leider haben die einzelnen Sendungen keinen eigenen festen Link und es gibt weder Kommentar- noch Trackback-Funktionen.

Warum ich gerade jetzt darauf gestoßen bin? In der Sendung vom 17.01.2008 (hier klicken, dann in der Liste das Datum suchen) ist meine Tochter im Beitrag über das „Muetterzentrum Kaenguruh“ zu sehen (2:45-5:53, spannend wird es bei 3:13).

Ansonsten: Sehr ansprechend trägt Isabelle Epplé die Nachrichten vor – nur der letzte Beitrag über die Gefahren, sich mit „Leukämie zu infizieren“, wirkt auf mich doch arg „bemüht“.

Bildungszugänge und -übergänge

Vor allem Bildungszugänge und Bildungsübergänge werden bei einer interessanten Tagung im Februar in Loccum auf den Prüfstand gestellt. Es handelt sich um das 2. Symposium des DFG-Projekts „Das Menschenrecht auf Bildung„. Hier gibt es weitere Informationen.

Zur Tagung „Internetökonomie“

Anfang des Monats habe ich eine Tagung zum Thema „Internetökonomie und Ethik“ (vgl. dieser Beitrag) besucht. Wie ich es erwartet hatte handelte es sich tatsächlich um eine sehr interessante Tagung, auch wenn allgemeine moralökonomische und technikethische Fragen im Fordergrund standen (und weniger etwa ethische Herausforderungen der Ökonomie im Web 2.0). Beeindruckt hat vor allem die interdisziplinäre Zusammensetzung der Fachtagung: Ökonomen, Informatiker, Soziologen, Rechtswissenschaftler, Philosophen und Theologen haben sehr engagiert und mit großer Neugierde an den Ansätzen der anderen Teilnehmer miteinander diskutiert. Man konnte sehr viel lernen.
Auf „Telemedicus“ gibt es zwei interessante Interviews zur Tagung mit einigen Tagungsteilnehmern:

  • Balthas Seibold wird befragt zur Rolle von Informations- und Kommunikationstechniken in der Entwicklungszusammenarbeit. Seine These: Das Internet muss im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit als Ressource für Ausbildung, Fortbildung und Weiterbildung verstanden werden. Anstrengungen gehen daher in die Richtung, das Lernen mit dem Internet zu ermöglichen.
  • Karsten Weber antwortet auf Fragen zu den Herausforderungen der Informationsfreiheit. Er versteht Informationsfreiheit ausschließlich als individuelles Abwehrrecht. Seinen (alles andere als naiven) libertären Ansatz habe ich bei der Tagung (kritisch) kommentiert.

Die Tagungsbeiträge (Hauptvorträge und Kommentare) werden im Herbst 2008 im Verlag Duncker & Humblot publiziert.

Luhmanns Zettelkasten: Jemand hat reingeschaut

Wegen eines Rechtsstreits zwischen den Erben von Niklas Luhmann war das eigentliche Werk des großen Soziologen lange verschlossen. Jetzt haben es ein paar Leute getan: Sie haben reingeschaut und sogar mit dem Register nach bestimmten Zetteln gesucht und welche gefunden. Darf man sich auf eine Edition freuen? Zumindest scheint er zunächst mal gescannt zu werden.
Weiteres, unter anderem ein Hinweis auf ein interessantes Interview mit André Kieserling (Podcast), der dabei war, bei (in der?) Strengen Jacke.

Jürgen Kaube von der FAZ war auch dabei und hat darüber geschrieben (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2007, Nr. 281, S. 37). Laut Kaube waren mit dabei Bettina Heintz (Bielefeld), André Kieserling, Rudolf Stichweh und die Erbin (Luhmanns Tochter Veronika). Kaub resümiert:

Alles in allem steht man vor dem beeindruckenden Relikt eines Gelehrtenlebens, das den Begriff der Gelehrsamkeit selbst verändert hat, indem es ihn mit äußerster Aufmerksamkeit für Gegenwart verband. Es ist ein Dokument dafür, wie gute Wissenschaft entsteht, hier so gut wie ohne Drittmittel, durch eine so gut wie ausschließlich der Forschung – und nicht der Forschungspolitik oder dem Anträgeschreiben – gewidmeten Biographie, und durch Interdisziplinarität in einem Fall.Aus: Kaube, Jürgen (03.12.2007): Zettels Nachlass. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), Ausgabe 281, 03.12.2007, S. 37.

Webmontag für Franken

Florian Bailey hat mich auf den „Webworgerdable, den Webmontag für Franken“ aufmerksam gemacht. Vielleicht gehe ich da sogar mal hin.

Tagungsankündigung: Die Ethik und die politische Kommunikation

Weil vielleicht nicht alle bei netzwerk-medienethik.de vorbeiklicken: Bei der nächsten Jahrestagung des Netzwerkes Medienethik geht es um ethische Problemfelder des politischen Journalismus, der politischen Öffentlichkeitsarbeit und der gesamten politischen Kommunikation. Eine große Tagung wurde da organisiert. Die Jahrestagungen des Netzwerks Medienethik stellen inzwischen das größte Treffen medienethisch Aktiver und Interessierter im deutschsprachigen Raum dar. Hier gibt es alle weiteren Informationen.

Wurstreportage – Eichsfelder Mettwurst in der „Zeit“

Eichsfelder KälberblaseDie Eichsfelder Kälberblase ist so ziemlich das beste, was man als Nahrung überhaupt auf den Tisch bekommen kann. Ich sage das aus jahrelanger Erfahrung. Diese Eichsfelder Wurst ist die beste Mettwurst der Welt. Eine sehr gelungene Reportage gibt es dazu in der Zeit (08.11.2007, Nr. 46) unter dem Titel „Perlen von den Säuen“. Ich darf zitieren:

Bei der Mettwurst ist alles eine Frage des Kalibers. [Der] […] 120er Feldkieker kann sogar zehn Monate hängen und brilliert dann immer noch mit einer zarten Textur: Erst weich und cremig im Biss mit leicht säuerlichen Aspekten im Hintergrund. Dann kommt die Attacke, ein warmer Erdgeschmack explodiert am Gaumen und mischt sich mit dem reinen Fleischaroma. Schließlich schmilzt der Biss, und alles fließt dahin. Diese verblüffende Fähigkeit verdankt sie, man muss der Wahrheit ins Auge sehen, ihrem Fettgehalt. Unter den Würsten ist der Feldkieker aus dem Eichsfeld das Rubensmodell. Diät ist woanders.

(Weltweit) Kaufen kann man die Wurst z.B. hier oder hier.

Quelle des Bildes: http://www.klingebiels-hof.de.